2009-03
wien krümmt sich! / mein kopf ist ein nachtklub mit gassen und wein. / aus dem rinnstein wuchern die knaben. wien hat gicht...

wo es im m. le commissaire-zyklus noch 'wien war echt' heisst, ist in der skizze, die neben drei anderen gedichten im aktuellen poet (dem magazin des poetenladens) abgedruckt ist, nurmehr gebrechlichkeit. melancholische, aber schöne texte, wie der autor im interview zugibt. es sind nachzulesen: 'bretonisches indianerchinesisch', zwei wienskizzen und europäerinnen im orient: 'revue des deux mondes' (das ist ein cover mit tori demanding / that if you will bring her / no sugar...)

selbstverständlich gibts noch andere spannende autoren im poet nr. 6 - Ann Cotten etwa mit 'glossarattrappen' (schönes wort!), oder Friederike Mayröcker im gespräch mit Peter Pessl (von dem der photograph marvellous sagte: endlich einmal jemand, der interessante fragen stellt). oder Christian Lux, der D.A. Powell aus dem amerikanischen ins deutsche geholt hat.

poetisiert euch!
2009-02
herzlich willkommen! schön, dass Sie hereingefunden haben. die buntgrünen schlieren auf der startseite sind kein karnevalsscherz, sondern das produkt des potatoland-shredders 1.0, einer 'alternative browsing experience', wie es auf der website heisst. weiter schreibt der künstler Mark Napier:

"The web is not a publication. Web sites are not paper. Yet the current thinking of web design is that of the magazine, newspaper, book, or catalog. Visually, aesthetically, legally, the web is treated as a physical page upon which text and images are written.

Web pages are temporary graphic images created when browsing software interprets HTML instructions. As long as all browsers agree (at least somewhat) on the conventions of HTML there is the illusion of solidity or permanence in the web. But behind the graphical illusion is a vast body of text files -- containing HTML code -- that fills hard drives on computers at locations all over the world. Collectively these instructions make up what we call 'the web'. But what if these instructions are interpreted differently than intended? Perhaps radically differently?

The web browser is an organ of perception through which we 'see' the web. It filters and organizes a huge mass of structured information that spans continents, is constantly growing, reorganizing itself, shifting its appearance, evolving. The Shredder presents this global structure as a chaotic, irrational, raucous collage. By altering the HTML code before the browser reads it, the Shredder appropriates the data of the web, transforming it into a parallel web. Content become abstraction. Text becomes graphics. Information becomes art."

es geht also um eine andere wahrnehmung, und gerade wo das netz von rechts- und ansprüchen auf eine nur einzig mögliche, vorgegebene wahrnehmung wwwimmelt, geht es hier um das recht auf den eigenen blick auf die welt und was sie hervorbringt. ich möchte mir nicht vorschreiben lassen, die neue platte von alphawezen nur vorwärts und auf normalgeschwindigkeit laufen zu lassen. vielleicht hört sich die scheibe auf drittelspeed ja geiler an?

und vielleicht sieht crauss.de einfach besser aus, wenn man es durch den schredder jagt? einen versuch ists wert, und den unternehme ich: alle paar wochen wird eine unterseite von crauss.de geschreddert.

"property is sampling," schreibt Martin Conrade im katalog zur ausstellung "kunst im zeitalter des 'geistigen eigentums'" (hartware medien kunst verein dortmund, 19.07.-19.10.2008): "den fragen 'was ist ein sample?', 'was ist eine collage?', 'was ist ein zitat?', und vor allem: 'wie unterscheiden sich diese techniken?', haften antworten aus einer postmodernen zeit des wirren suchens, des hastigen klebens und vorschnellen fertigstellens an."

die stelle im katalog übrigens, die mich auf den shredder 1.0 hinwies, kann ich partout nicht wiederfinden...

Crauss geschreddert

is that you, Pam?

2009-02
gerade erschienen ist die zweite ausgabe der idiome, hefte für neue prosa; über die nummer eins schrieb der tagesspiegel: "wo die glätte am grössten ist, wächst auch das unbehagen. literatur ist nun mal ein ziemlich kompliziertes zeichensystem, das leben fliesst nicht unmittelbar aufs papier. da wirkt es geradezu wohltuend, wenn mal jemand den hübsch am leben entlang formulierten texten in die parade fährt. das will idiome tun."
oder wie es im editorial zu nr. 2 heisst: "die idiome sehen es als eine zentrale aufgabe an, impulse der neoavantgarde aufzunehmen und neu zur diskussion zu stellen, die nach dem in den achtziger jahren einsetzenden reaktionären, 'postmodernen' rollback verschüttet erscheinen - was das gros der zeitgenössischen literatur eindeutig dümmer macht, als es sein müsste."
Crauss hat sich am rolling forward mit einem bislang unveröffentlichten text übers siebengebirge und einem "uranus himmel" beteiligt:

"signale zu schwach. jetzt! jetzt! jetzt! signale zu schwach. jetzt wieder. und einer legt seine leiter an, teleskopiert richtung nordwestlicher sphäre: oh bemitleidenswerter, dummer junger kerl! oh fürchterlich! oh schauriger zustand! und unter meinen händen brachen die knochen eines körpers, und ich fand mich wieder an dem stillen ufer eines flusses im mondlicht..."

übrigens gibts neben texten von Elfriede Czurda, Lisa Spalt und Ronald Pohl im heft auch neue neopanische prosa von Olaf n. Schwanke: "beispielsweise" über Kim im café, einen schreck beim schaufensterbummel und männer mit milchschaumbärten. lesen!

2009-01
das poem oszla macht karriere: wespennest, sic, demnächst im jahrbuch für lyrik - und quasi als vorabdruck schonmal in lauter niemand. nicht umsonst - und damit ist nicht zuviel verraten - heisst es in den schlusszeilen: mein freund/ es geht weiter!
2009-01
ein atemberaubendes musikstück vermag in den wunsch zu münden, es wieder und wieder zu hören oder zu spielen. kann aber ein gedicht in diesem sinn projektionsfläche für wünsche sein? bei Crauss gelingt dies!"

ALLES ÜBER DIE NEUE LIVE-CD HIER

Crauss live in münchen

2008-12

eine der besten platten 2008 war elektro willis diamanten. ich habe das mehrfach erwähnt und für die kritische ausgabe eine multibesprechung verschiedener modul8-scheiben angestellt. das label hält zum jahreswechsel für interessierte übrigens wieder eine geschenkkompilation in besinnlichem downtempo zum herunterladen bereit.

diamanten
2008-12
neue perspektive: Crauss ist total swapped out. das liegt vielleicht daran, dass der dichter sich bereits in der letzten, nämlich der karnickel-nummer der perspektive mit BILL THE BULL verausgabt hatte. oder es liegt ganz schlicht daran, dass im aktuellen heft 59/ 60 jede menge neue Crausstexte abgedruckt sind. zum beispiel ein gemeinsam mit Florian Neuner erlebtes, 11seitiges abenteuer (grazer tressen, eine folge von flucht- und gegenbewegungen, ua. mit dem narciss-mix von 'auf dem see' und einem 'zwerghöhepunkt').

als schmankerl ausserdem zwei fassungen eines auf Nina Simone zurückgehenden gesprochenen lieds: 'cotton eyed scholli' in einer babelfished und einer serious version. "retrospektions-lyriker!" würde Clemens Schittko wohl sagen. der ist mit einer unglaublichen Mayröcker-hommage, nämlich einer 15seitigen verwurstung von 'wie ich dich nenne' im heft. kauft es euch! oder schreibt es ab...

2008-12
zu viele gebäude im netz: Crauss in der berliner gazette über seine präsenz im netz, statistiken und gruppen-puppen
2008-12
das von Anton Schwarzbach gemeinsam mit bildenden und schreibenden liebevoll zusammengestellte magazin prolog ist wieder da! die dritte ausgabe des hefts für zeichnungen und texte verzeichnet ebensolche von Matthias Wohlgenannt, Mikael Vogel, Friederike Mayröcker (mit unveröffentlichten nachrichten aus ischl: "sei du bei mir in meiner sprache tollheit"), Eva Wohlleben, Hanna und Henning Hennenkemper und anderen toll klingenden namen.

Norbert Lange zB. hat konzentrierte vorschläge für "verrückter-hund-ereignisse", Sandie Brischler und Anton Schwarzbach selbst liefern eine reihe rausch- und testbilder wie das nebenstehende - und Crauss ist mit dem textbild-zyklus ein scharfes bild" vertreten, das es vor jahren schon einmal als HANDbuch gab.

da eine neuauflage unwahrscheinlich ist, gibts hier eine kleine kostprobe, hier aber gleich die (fast) vollständige version in prolog 3 plus zusätzlichem Felix-Nussbaum-gedicht "das geheimnis".
2008-12
Es ist wieder so weit: Pünktlich zum Beginn der Adventszeit blicken die Redakteure und Korrespondenten der Kritischen Ausgabe zurück und erzählen von ihren literarischen und kulturellen Highlights des vergangenen Jahres. Da dies bereits der fünfte AdventsKAlender ist, kann man guten Gewissens von einer liebgewonnenen Tradition sprechen, die inzwischen genauso zu den Tagen bis zum Weihnachtsfest gehört wie gemütliche Stunden mit Plätzchen und Glühwein.

Wie in den vergangenen Jahren versteckt sich hinter jedem Türchen zusätzlich zu den begeisterten Eindrücken von Büchern, Filmen, CDs oder Theaterinszenierungen ein Bild. In diesem Jahr stammen die Bilder vom jeweiligen Autor des Türchens selbst und sind damit so individuell wie die Erinnerungen an das kulturelle Jahr 2008.

Crauss hat das 1. Türchen 2008 mit Empfehlungen bebildert, im Archiv der Kritischen Ausgabe können retrophile Leser aber auch noch den Beitrag 2007 nachlesen und spannende Lektüren entdecken. Viel Spass!

paris ist eine hure
2008-11
ein atemberaubendes musikstück vermag in den wunsch zu münden, es wieder und wieder zu hören oder zu spielen. kann aber ein gedicht in diesem sinn projektionsfläche für wünsche sein? bei Crauss gelingt dies!"

ALLES ÜBER DIE NEUE LIVE-CD HIER

Crauss live in münchen

2008-11

mooz ist die verneinung des neins.
wer moozikalisch ist, der weiss eins:
sag ja, und das weltbeste ist deins!

die lettische werbeagentur mooz gewinnt den zum sechsten mal verliehenen CREA credential award für die besten agenturen in der kategorie newcomer - und zwar mit einem von Crauss getexteten lied! herzlichen glückwunsch!

2008-11
Konzert als Wagnis
Zwei Literaten machen keine Musik

"ne" Weidenau. Der Siegener Lyriker Crauss und der Berliner Autor und Herausgeber Florian Neuner zeigten im Kultcafé der Universität, was sie unter »Ästhetik des Scheiterns«, unter »Mut zur Peinlichkeit« verstehen: Sie führten ihre schon in mehreren Städten Deutschlands und Österreichs mit großer Beachtung des Feuilletons zelebrierte Konzert-Performance auf.
Oder besser vor, denn die rund zweistündige Veranstaltung verlangte dem zahlreich erschienenen Publikum einiges an Verständnis zeitgenössischer Ästhetik-Diskurse ab. Beide Dichter versuchten sich darin, Kinderspielzeuginstrumenten Klänge zu entlocken, philosophierten dazu über Kunst und Können – und tranken sich ostentativ Mut zu: Der monotone Mix aus gelegentlichen Tönen und Worten wurde eine wunderbar geglückte Lektion in Reflexion auf gängige Kunstveranstaltungsmodelle, eine Parodie auf Tiefsinn postulierende Performances, auf Kopfkunst und deren Medialisierung.
Wenn dieser Erkenntnisgewinn für das geduldige Publikum nicht so schmerzhaft zäh gewesen wäre, hätten alle etwas mehr Spaß am inszenierten Scheitern zweier Nichtmusiker gehabt. [Siegener Zeitung, 03.11.2008]

2008-10
ab sofort gibts ein weiteres gedicht aus alles über Ruth online, nämlich im ostseeblog, der die lyrikmeisterschaft mecklenburg-vorpommern rekapituliert, auf der Crauss & Klavki spezialgäste waren.
2008-10
die hauptattraktion neben neuen Crauss- und Mayröckertexten dürften im aktuellen heft der konzepte die wunderbar trostlosen pohotographien Reinhart Mlineritschs sein: angefressene spiegel, neblige nachtbrücken, ausgesetzte kinderwagen auf autobahnzubringern. ein klick aufs bild links führt zum cover of darkness und zur homepage des salzburger künstlers.

ein blick ins konzepte-heft (nr. 28) zeigt, dass Christine Langer einmal mehr ein gutes händchen bewiesen hat, als sie texte von Jan Wagner, Yoko Tawada und Friederike Mayröcker zusammengebracht hat. "baumdickichte geranien oleander farne holunder exzellente tausendschön, löwenzahn, wegwarte und krokus." Oswald Egger kann einpacken...

von Crauss gibts ein naturgedicht, ein geburtstagsbrütt sowie als sentimentale nachwehe an den lyrikband alles über Ruth das gedicht "der moment". ausserdem, und hier schon einmal zum vor-lesen eine cf_improvisation. viel spass!

2008-09
Für den Schnellbus getextet

Horstmar/Laer. Treffender könnte das Motto nicht sein: „(W)Orte bewegen“. Unter dieser Überschrift finden derzeit zahlreiche Veranstaltungen in Horstmar, Schöppingen und Laer statt – im Rahmen der gemeinsamen Aktion „Ab in die Mitte!“
„Was liegt da näher, als das Verkehrsmittel zu nehmen, das zwischen allen drei Orten unterwegs ist, und in dem man Worte wirklich hören kann“, heißt es in einer Pressemitteilung der RVM. So entstand die Idee bei allen beteiligten Kommunen in Zusammenarbeit mit dem Künstlerdorf Schöppingen Hörspiele für den Schnellbus S 70 zu produzieren. Denn die komfortablen Fahrzeuge sind allesamt mit Kopfhöreranschlüssen ausgestattet. Die Fahrgäste, die sich dort einklinken, können zwischen zwei Radio- und zwei CD-Kanälen wählen. Einen dieser Kanäle hat die RVM jetzt für vier Audio-CDs reserviert, die damit jetzt von den fast 3000 täglichen Fahrgästen gehört werden können. Auf den CDs sind literarische Texte enthalten, die vier Autoren selber produziert haben. Dabei handelt es sich um drei Literaten aus dem Künstlerdorf Schöppingen (Rita König, Ulrike Syha und Crauss) sowie Winfried Pielow aus Laer. [Quelle: Ahlener Zeitung]

Crauss stellt verschiedene kurze Stücke lyrischer Prosa vor. Ein Genaues Datum wird noch genannt!

2008-09
jetzt gibts wieder regelmäsziger photos von Crauss, seiner umgebung und den mixtapes, die er gelegentlich zusammenstellt, und zwar hier. die tollen marvellous-bilder gibts weiterhin in der fotocommunity. viel spass!
2008-07
Fadaism gewinnt mit einem Craussgedicht das poesiefestival berlin 2008"gedichte aus der spraydose" sollten entstehen. zum ersten mal trafen sprayer auf poeten und verwandelten deren texte in bilder aus aerosol. die vier wände des ehemaligen kaufhofs am anton-saefkow-platz in berlin-lichtenberg wurde zum fries, auf dem mit farbe bewaffnete brasileiros, berlineiros und portugiesen ua. Björn Kuhligk, Alistair Noon, Rainer Stolz, Jan Wagner und Monika Rinck interpretierten.

Fadaism war für Crauss' gedicht mondfall zuständig. der fünfzehn jahre alte text erlebte durch den 23jährigen künstler an der wand in berlin seine erstveröffentlichung. klar: gute literatur schimmelt nicht. in diesem fall wird sie höchstens von der konkurrenz übersprüht. klar auch: die kombination von bild und text errang den ersten preis im wettbewerb!
danke also von Crauss an das herzige engagement. das gedicht gibts ab sofort auch hier auf crauss.de, die komplette sprüh-story mit photos hier, und wer mehr Fadaism will, kriegt in auf seinem blog.

2008-07
922 einsendungen, 150 gedichte, 3 hauptgewinne, 1 buch: daten, fakten, kuriositäten und preisträger des vhs-literaturwettbewerbs hier

ein photo von der preisverleihung hier

2008-07
ausser den Craussportraits, die marvellous regelmäszig schiesst und neben der serie mit liegebildern (termine) gibts jetzt auch in der rubrik links neues: Crauss photographiert kuriose verbote und ungewöhnliche hinweise. nach und nach. viel spass!
2008-06
Crauss stellt im aktuellen horen-heft (nr. 230) zum thema "klangspuren/ songs & soundtracks" ein gesprochenes lied vor: die Jacques Brel-adaption "la ville", die in einer gekürzten fassung bereits auf campari & jazz zu hören ist, wird hier in der vollversion abgedruckt!

so teilt man die stadt
in kommen und gestern:
ununterbrochen august und eine
photographie mit selbstauslöser.
die flüsse gleichen einander, hat man sich einmal
entschieden, hinein zu gehen. die stadt,
wie immer sie hiess, schlief fest...


und vögel sind finger im wind. und schwellendes lachen
betäubte mein fallen kopfüber ins wasser hinein.
kein ton mehr, kein lied, kein jammern, kein klagen,
nur rauschende nacht und allmählichs
erwachen aus einem nachtmahr in einer stadt ohne namen.

neben Leonard Cohen, Daliah Lavi, Ulrike Draesner, Adolf Endler, Amy Winehouse, Bruce Springsteen, Anne Clark, Wiglaf Droste, Ron Winkler und Michael Braun (über Emerson, lake & Palmer!) auch eine "erregte allegorie" von Crauss. denn "manchmal riecht man den rhein/ bis weit nach augustin..."

2008-05
auch das muss einmal gesagt werden: die kritische ausgabe wird von nummer zu nummer besser! wo schickimicki-literaturzeitschriften vor allem wert auf die äussere form legen - und nicht sehen, wie immer gleichförmiger die schreibschulen-texte sind, die sie abdrucken, bleibt die KA solide inhaltlich; was keineswegs bedeutet, layout und papierqualität blieben auf der strecke. das magazin hat über dem ästhetischen auch einen gebrauchswert.
dass im literaturteil des abenteuer-heftes nur männliche autoren vertreten sind, habe der redaktion zu denken gegeben. wenn aber tolle texte an den leser herantreten, mag einem doch gleichgültig sein, wie gross oder klein der kehlkopf des oder der schreibenden ist, nicht wahr? neben gedichten von Klavki und dem wallis-zyklus von Carl-Christian Elze präsentiert die KA einen vorab-auszug aus Florian Neuners neuem roman.

Crauss steuert mit "personenschaden!" eine quirlige remix-prosa bei:

"die musik geht über in korrespondenzen, vor- und rückverweise, kneipengeräusche. es sind ja nur ein paar schritte hinüber zur feinkost mild. die orte gehen ineinander über wie wolken (schnee in schöppingen, hochsee vor helgoland, grazer tressen und zwerghöhepunkte). was also soll man erinnern? dass die 24/7pizzeria nicht tivoli hiess, sondern tropical? dass rosis tante emma kneipe nicht fein oder meindl war, sondern mild? feinkost mild. ich versuche es, so gut ich kann. habe versucht, so gut ich konnte mitzureden. mitzutrinken war nicht das problem. dinge, kurzschlüsse, zu viele richtige statements. was ist der text? ich trinke ein glas rotwein, dann ist der sommer zu ende. 'ich hatte kein notizbuch dabei, musste die idee für ein gedicht also am unteren rand auf seite 74 unterbringen, worte umkreisen, pfeile malen und punkte' [...] in der gaststätte lohaus wird der autor von zwei jugendlichen angesprochen, die ihre erfolgreich bestandene gesellenprüfung feiern. man verwickelt den mit seinem buch beschäftigten schriftsteller in ein gespräch (dialog sei doch wohl wichtiger als literatur!) die burschen fragen den feingeist, ob er nicht lust habe, sie in die nahegelegene diskothek zu begleiten. 'und käme schwarzer sturm gerauscht,' denkt der autor und folgt den ihnen lieber ins boudoir: 'die beiden sind leicht betrunken, und nachdem sie sich gegenseitig die hose aufgeknöpft haben, hält jeder mit dreistem griff den schwanz des anderen in der hand...'
2008-05
whisky & funk ist Crauss' erste remix-platte - die meisten begeisterten wissen das längst. gemeinsam mit einigen anderen künstlern sind neue fassungen von campari & jazz texten entstanden, teilweise mit wesentlich mehr beat und atmosphärischem rauschen. coole vibes und neue refrains zum mitschwingen - funky eben!

für interessierte im köln-bonner raum sind beide CDs weiterhin im WortArt hörbuchladen zu haben!

2008-05

für immer disko, heisst eine prosa, die Crauss in der aktuellen ausgabe der perspektive präsentiert: "du verlängerst die jugend bis vierzig, sagst irgendwie me. aber es kommt nichts nach. putte die ohrstöpsel ein, vermesse dich selbst, besetze den tanzfloor. sei beat, sei pomp. und pimpe dich up. du hast eine zunge, die welt zu erkunden, was wirklichkeit ist, erfährst du nur durch andere körper!"

ausserdem hat der autor sich in zwei dialogen um einen herrn namens BILL THE BULL bemüht:

"für kurze zeit um 1978/ 79 wurde ein aus der karibik stammender junger schwarzer plötzlich star des dänischen hardcore-herstellers ccc. unter dem namen BILL THE BULL spielte er in sechs prachtvoll ausgestatteten super 8-kurzfilmen mit. ccc, gegründet 1966, war einer der grössten porno-hersteller weltweit; die produkte – filme wie magazine – wurden für den export aufwändig übersetzt und folgten in der kulissenmöblierung, bei accessoires und der kleidung der protagonisten mit einem hang zum luxus den damals neuesten trends. ‚prachtvoll ausgestattet’ waren aber auch die darsteller selbst, wie etwa John Holmes, Long Dong Silver und eben BILL THE BULL. während das leben der ‚mitspieler’ zwar lückenhaft, aber doch immerhin aufgezeichnet und nachrecherchierbar ist, bleibt das schicksal von BILL THE BULL im dunkeln – von ihm ist nichts weiter geblieben als der kurze, nackte ruhm auf zelluloid."

die in p58 wiedergegebenen szenen aus dem streifen big black bone sind keine kopien von ccc bereits veröffentlichter texte, und doch nahezu authentische mitschnitte tatsächlicher synchronisations-dialoge.

2008-04
das publikum war begeistert, die siegener zeitung ebenso. "soph" schrieb am 21. april 2008 über VHS-royale:

»Es gibt Agenten, es gibt Spione, es gibt Agentenlesungen.« Mit diesen Worten eröffnete Crauss die musikalische Agentenlesung der Reihe VHS-Royale im kleinen Theater im Lÿz. Mit auf der Bühne und mitverantwortlich für Spannung und Agententhrill waren Sissy de Leu und Hartmut Sperl, der Mann für die bekannten Filmmelodien und sonstigen klaviertechnischen Einwürfe. Pink Panther, Bond, Miss Marple oder Mission Impossible – das Publikum erkannte die gespielten Agentenstücke direkt von der ersten Note. Auch die vorgetragenen Texte lassen ein gleiches Muster erkennen: Da geht es um Beobachten, Ausspionieren, Erschießen, Vergraben und alle anderen Dinge, die ein erfolgreicher Agent in seinem Alltag so erledigen muss.

Die Werke sind Prosatexte, Gedichte, Tatsachenberichte aus den 60er Jahren oder auch eigene Bearbeitungen. Sissy de Leu und Crauss schaffen eine spannende Atmosphäre, beide lesen so akzentuiert, dass jeder neue Text richtig Spaß macht. Zwischendurch stehen beide Rücken an Rücken und sprechen zur Titelmelodie nicht zusammenhängende, aber passende typische Bondzitate. Sperl schafft es nicht nur, mit den bekannten Melodien die richtige Stimmung zu erzeugen, auch Windrauschen und unheilvolles Zupfen ließ er am roten Klavier erklingen. Das Publikum war begeistert, die Atmosphäre war bereits beim Eröffnungslied Pink Panther gelöst und gespannt.

Wanze, DDR-Spionage, aber auch das neuste Mickey-Maus-Heft wurden von den beiden Literaten genau unter die Lupe genommen. »Man findet in der ganzen Weltliteratur Agententhemen«, so Crauss. Dass beispielsweise »Die Leiden des jungen Werther« von Goethe auch Spionagetendenzen aufweist, dürfte für die meisten eine Neuigkeit gewesen sein. Die Lesung endete mit begeistertem Applaus. Sofern nach der Veranstaltung noch das Bistro besucht worden ist, dürfte die Bestellung ganz klar gelautet haben: »Geschüttelt, nicht gerührt!«


2008-04

"nach dem grossen erfolg des berliner kneipenbuchs läuten wir die zweite Kneipenrunde ein!" so hatte der berlinverlag für die kölner version der anthologie über die "weetschaffte op dr Eck" begonnen. als einer der "stars der rheinischen literaturszene" ist neben Nika Bertram, Rolly Brings, Guy Helminger, Adrian Kasnitz, Hans Nieswandt, Richard David Precht, Achim Wagner und Christoph Wenzel auch Crauss.

alsbald hatte der verlag jedoch die komplette auflage aufgrund einer beschwerde zurückgezogen. das kölner kneipenbuch gibt es nicht mehr! schade um die schöne geschichte, dachte sich Crauss und veröffentlicht "do yar thang", die wilde verfolgungsjagd zwischen dem hallmackenreuther im belgischen viertel und der alten liebe im kölner süden jetzt als HANDbuch. k.o.-tropfen, extrem ungeduldige blondinen und extrem bestückte glücklichmacher spielen in dem blaxploitation-comic eine tragende rolle.

die vollversion gibts nur im buch, einen appetizer aber schon hier.

2008-04
2007-10
gleich 10 neue brüttgedichte!

die anthologie des literarischen märz 2007 ist draussen. neben viel naturlyrik und poemen von Steffen Popp oder rené Hamann gibts auch handfestes, zB gedichte wie "gefärbtes glas", "brütt 19" oder "hellrote hortensie" von Crauss.

der literarische märz zählt nach wie vor zu den attraktivsten deutschen lyrikwettbewerben und bietet einen repräsentativen einblick in die junge lyrik der gegenwart.

einen einblick in die Crausstexte gibts hier schonmal vorab, das buch gibts hier, und einen "vibrierenden nachtrag" zum wettbewerb schrieb Crauss für Hendrik Jacksons lyrikkritik.de. viel spass!

2007-09
"Norbert Hummelt hat Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen, sich mit neuen Gedichten auf die Spuren der alten zu begeben. Jede Art der Quellenerkundung sollte möglich sein: Zitat, Fortschreibung, Gegenentwurf, Parodie, Übersetzung. So entstand eine Anthologie, die von den Merseburger Zaubersprüchen bis Rilke reicht. Erstaunliche Wiederentdeckungen und ein Reichtum neuester deutschsprachiger Gedichte sind zusammengekommen. Von Traditionsvergessenheit der jungen Lyrik kann also keine Rede sein . Altes neu zu entdecken und ganz neue Stimmen hörbar zu machen: Das ist zugleich das Konzept der Lyrikedition 2000, als deren 100. Band Quellenkunde erscheint."

Crauss' beitrag zur quellenkunde ist die wiederentdeckung des Ambrosius Metzger (1573-1632) aus des knaben wunderhorn. Metzgers "venusblümlein" wird bei Crauss zum "sprichwort":

...aufs rösslein mein ich sprange
mit liebender begier...

das originalgedicht sowie die Crauss-version sind vollständig in quellenkunde abgedruckt, eine re-zitation findet jeweils im sex mix und im beatbaby mix des m. le commissaire zyklus statt.

2007-09
haus & meister singen und spielen blumen:

Matthias Fuhrmeister und Josef Niehaus, "die hausmeister der deutschen lyrik" präsentierten bereits im frühsommer am schleswig-holsteinischen landestheater poetenlieder, "grundsanierte" gedichte aus verschiedenen jahrhunderten. sie richteten die texte in einem feld zwischen folk, rock und blues mit gitarre und gesang neu ein, auch wenn viele der aufbereiteten dichter eine bearbeitung weder verdient noch gebraucht hätten.

Celan, Crauss, Fried, Heine, Kaschnitz, Klabund, Mayröcker, Rilke, Rühmkorf ua. klingen jetzt sehr eigen und neu auf zwei selbstproduzierten CDs. wer interesse an ungewöhnlichen vertonungen hat, kann sich an den schauspieler Matthias Fuhrmeister wenden.

die haus & meister version von Crauss' blumen gibts hier zum runterladen, für kurze zeit auch Friederike Mayröckers manchmal bei irgendwelchen... (3.45 mb/ 3:01 min) viel spass!

2007-09
von dir:


gott, hatte ich diesen kerl lieb!
nach den ersten minuten wollte ich ihn
berühren, ich stellte mir vor, wie umständlich
dieser grosse mund zu küssen sei, die blanken,
weissen zähne zu spüren. nein, ich wollte ihn
ausziehen, sein geschlecht sehn...

das komplette gedicht jetzt in nr.15 der zeitschrift das gedicht

2007-07
Jörg Meyer tanzt den Crauss:

tanz den crauss in silberfolie
folianten schlag die seiten auf
und wachse über die ruinen
hinaus und tanz den crauss...


das komplette gedicht plus gesprochene version auf pödgyr. Crauss und sein tanztagebuch weiterhin hier.

2007-07
soeben erschienen: poet[mag] - das magazin des poetenladens. Crauss ist mit "nachtzug" und zwei bisher unveröffentlichten texten dabei:

komisches konzert und "mein vom mund eingeküsstes gedicht" - eine hommage an bielefeld, das es jetzt (wirklich) nicht mehr gibt...

ausserdem: tolle neue texte ua. von Friederike Mayröcker, Jan Wagner, Monika Rinck, Adrian Kasnitz, Mirko Bonné sowie ein gespräch mit Michi Braun.

juni 2007

im sommerheft des siegener stadtmagazins inside gibts – abgesehen von der bild/text-zusammenwirkung auf crauss.de - eine der bisher seltenen kooperationen von marvellous und dem ganz stolzen Crauss.

marvellous steuert ein schönes, ganzseitiges siegerlandbild mit pferdchen bei, während es von Crauss (höret und staunet) ein gedicht auf siegerländer platt im erstdruck gibt. „trunkene habe: mosel/ fränkisch was brauchst du“ ist die übertragung eines Mayröckertexts und alles, was man für den sommer nötig hat. wirklich.

abgesehen vielleicht von einer cd, einem buch, en nem baum, nem huss, nur e nem wingkel, ze sidtze, ze dengke, ze schloofe, ze dräume va de bloome... net nur bloome, verstooht sich, awwer och e bissje mohn – unn meere va bloome. ihr kenndt dat jo all...

für diejenigen, die den print verpasst haben, gibts das komplette inside-heft auch zum download (pdf, 7.7 mb). viel spass!

gedichte, 81 s., 9,50 €, lyrikedition 2000, ISBN 3-935284-32-2

der band nimmt sich auf den ersten blick seltsam aus, wenn man der ankündigung glaubt, es handele sich hier persé um experimentalliteratur. im gegenteil sind gut die hälfte gedichte, die einem starken traditionellen bezug folgen, sei es lithurgischen anklängen und balladesken tönen: "hör, wie hinter dieser stadt der wind die welt/zum meer macht.//du bist ein bandit und ich bin einer." beinah Villon'sche liedhaftigkeit zeigen einige der gedichte, deren ton Crauss immer wieder zu brechen vermag, in dem er sie mit absurdem, krudem witz und manchmal einem hauch kitsch versieht. seine schönsten, eingängigsten gedichte (wie jetzt haben diese abende) sind zudem seine unaufwendigsten: "im gespräch und/unterwegs vergess ich, dass die zeit jetzt dunkler wird/und dass demnächst die jungen in der jebensstraße dichter/stehen, während kräne/ sich beschwerlich in die erste helle drehen, bis bald der/tauentzien gefegt wird." überdies ist die starke affinität der gedichte zu (vielfältigster) musik nicht zu übersehen: Crauss als einmannband zwischen walzer- und polkazeit? ja auch, aber nicht nur. (Tom Schulz, satt.org 01/2003)

"...der dichter wird hier zu seinem eigenen musikinstrument!" (Jan Sternberg, FAZ)

Lyrikedition2000
mai 2007
vorbei auf der fahrt fliegen felder wie feuerbanken...

soeben erschienen ist die dritte AL PENG LÜHEN-kompilation des elektropunk- und twostep-schrammelguitarren-labels dhyana records. der sampler mit stücken, die die lust am zerstören jedweder melodie feiern ist ein wilder ritt durch... ja, am besten selber hören! denn Crauss ist mit einem sehr harmonischen, von Nils Wilkinson unterstützten "even longer way home"-edit des verrückten ostseesommers (campari & jazz) darauf vertreten, und man darf sich ganz legal das komplette album saugen: username = drivedeep / pass = downhill (66mb)

...und ich hab nichts mehr als dich in gedanken.

mai 2007
"Das Gesamtwerk dieses wildesten und stärksten Österreichers der 80er und 90er jahre bleibt uns im Halse stecken," sagt Crauss.

"Mario Rotter, passionierter Angler, widmet sich in überaus schönen Miniaturen einer unbekannten Nebenwelt, die wir nur unklar schimmern sehen: Froh sind wir über das undurchsichtige Wasser und die Wasserflöhe, die darauf gehen wie auf Eis... Tief unten im See, der ein Weiher ist, ein toter Arm, ...schlägt der Karpfen seine lautlosen Haken... Es ist vielleicht einer von den alten, den entschlossenen, mit denen wir alleine sein werden am Damm, für diesen Abend.

Und vielleicht ist es auch ganz gut, dass man nicht bis auf den Grund dieser Nebenwelt, dieses Spiegels unserer eigenen Welt blicken kann. Wenn es Abend wird, scheint es uns, als wühlten die großen Fische mehr Schlamm auf. Es sind ruhige Texte, Kartographien der Leidenschaft," die Crauss sich fürs wespennest 147 angeschaut hat.
april 2007
noch bis ende mai ist Crauss teil eines im gegenwartsmuseum siegen ausgestellten kunstwerks von Felix Gonzalez-Torres. tanzen sehen!

ganz im sinne des Brecht'schen revuemädchens berichtet die sz, was sich der dichter beim go-go-tanzen so denkt (pdf, 3 mb) - und Crauss dokumentiert die reaktionen der ausstellungsbesucher sowie theoretisches zu seinen exponierten täglichen 15 minuten im tagebuch.

april 2007
"Uwe Tellkamp behauptet, sogar ganze gedichte seiner altersgenossen auswendig zu können und hat sich in eine zeile von Crauss (herbst in der stadt) verguckt: „bei schalem bier und / unterwegs vermiss ich kohleöfen, die mir wie früher / heimat spielen. die chansons der zyankali bar / ha’m schon den mantel an / und’s tresenfräulein schminkt sich, bis ihr schatten glänzt."

so schreibt und zitiert Gregor Dotzauer im tagesspiegel in seinem streifzug durch die szene über "die wahren stars der jungen deutschen literatur".

das gedicht, das Uwe Tellkamp so schön findet, kann man vollständig in der Crausstrophobie nachlesen und auf campari & jazz von Marcel Diel gesprochen anhören.

märz 2007
neu im poetenladen: 1 komplette Crauss-seite mit 6 gedichten, davon 1 coole übersetzung des "russischen zopf" ins italienische sowie 2 brandneue, bisher nicht veröffentlichte pilotengedichte:

wer wissen will, wie die harte seite des himmels klingt, liest "strömungen" und den "before-tree".

märz 2007
Crauss war mit einer lesung beim literarischen märz 2007 vertreten und hat für lyrikkritik.de darüber berichtet.

für kommenden herbst/ winter wurde der dichter mit einem stipendium der stiftung künstlerdorf schöppingen ausgezeichnet. (sz-artikel vom 30.03.2007; 2.1 mb)

Marcel Diel von der book me! medienagentur hat ein interview mit Crauss geführt. "...der herr hat mich als lyriker geschaffen und nicht dazu gemacht, romane zu verfassen. überdies halte ich es für das unnötigste von der welt, sich für einen nicht geschriebenen roman zu rechtfertigen. mein prosa-debut liegt längst hinter mir: »die frau von gründau« versammelt drei dorfgeschichten um einen dunklen parkplatz und eine wasserleiche.

Schöppingen ist ja, sagen wir mal, ein eher stiller Ort, der so gar nicht zu Ihren eher urban geprägten Texten zu passen scheint. Sind Sie schon mal dort gewesen? Was erwarten oder erhoffen Sie sich von Ihrem Aufenthalt?

ich liebe die stadt als pulsgeber, mich fasziniert aber immer wieder auch, in wieweit der blutdruck noch auf dem lande ankommt, wo es unter umständen eine art gegenpuls gibt. schöppingen etwa hat einen eigenen rhythmus und ein eigenes geräusch durch die vielen windräder, durch eine ziemlich gefährliche ortsdurchfahrt und eine beunruhigende leere drumherum...." (komplettes interview hier)

heimlicher gewinner (c) marvellous
feb 2007
jetzt auf crauss.de: die entstehung zweier gedichte, im schreibprozess mitzuverfolgen von der ersten notiz bis zum fertigen text.

"wie ich dich nenne" erscheint in der aktuellen kritischen ausgabe zum thema verbrechen, "cavensmänner" ist dem Craussband "alles über Ruth" entnommen.

dieser jazzabend mit der plastikleiche hinter dem vorhang, um die madeleine versprach sich zu kümmern... viel spass beim nach-dichten!

wie ich dich nenne (pdf), cavensmänner (pdf)

feb 2007
zwei neue commissaire-remixes in gänsehautprothesen, eine anthologie der kölner lesebühne am brüsseler platz. ausser Crauss vertreten sind ua. Marc Degens, Marcel Diel, Karin Fellner, Gerald Fiebig, René Hamann, Stan Lafleur, Maik Lippert, Tom Schulz und Achim Wagner.
jan 2007

Endlich! Summsemann ist „da.“ Man hatte nicht mehr zu hoffen gewagt, dass HipHop freundlich, fröhlich sein und R’n’B ohne Schmalz auskommen kann. Nun fragt die Band, was wir schon lang beantwortet haben wollten: „Wer ist der einzige?“ Das bist du! Sämtliche 14 Stücke der Scheibe kommen im Gestus des Sentenzen- und Musik-Ausprobierens. Klasse einfach mit oft komischen Abbiegungen. Melodiös die Samples und Refrains, zum Mithüpfen der Main Track „sag’s mir“, ansonsten zum Loungen und Zuhörn, was Summsemann über die Annäherung von Ich und Du zu sagen hat. Ein bisschen Familienalbum mit schrägen Typen, vor allem aber wirklich mal intelligenter Rap ohne Bösewichtattitüde und ewige Eigenreferenz. Auch für Nichtfans gilt: unbedingt anschaffen!

Übrigens: ein Special haben Summsemann auf der Crauss-CD "whisky & funk" mit dem ermix von "i want to be böse" gegeben. "whisky & funk" gibts hier, Summsemanns "da" auf Jakarta Records/ Groove Attack oder über die Summsemann-Homepage

dez 2006
u + e, eine bisher unveröffentlichte mittelgebirgsermittlung im neuen macondo magazin. "ich schmiere mit dem handrücken die mulden aus..."
nov 2006
endlich: zwei weitere gedichte aus "alles über Ruth" online: blow up und wir sassen den ganzen abend
nov 2006

zu weihnachten kracht es! wer sich entscheidet, dieses buch zu verschenken, muss mit verzogenen gesichtern rechnen. allerdings: die sind dann entweder selbst schuld oder ohnehin strahlend begeistert. "innere sicherheit" ist nach dem bei der lyrikedition 2000 erschienenen, recht leisen und in sich gehenden "reichstag bei regen" eine ganze spur lauter und aggressiver. Kasnitz ist auf die strasse gegangen, hat ins scheinwerferlicht geblickt und ne menge öder, kalter, resignierender bundesrepublik gesehen.

"Jennifer Nitsch/ du bist eingeschneit in eine glas/ kugel." Kasnitz, obgleich er garkein socialbeat-performer ist, übt hier nicht bloss den slampoetry-ton, er demonstriert ihn erst in voller güte und einsA all jenen möchteböttchers - und macht es um längen besser als sie! vor allem: bei vielfältigen puppenmorden (wie dem Nitschgedicht oder in "forst/ schambeinfraktur" und anderen) sowie bemühungen von mösenmetaphern haben die gedichte nichts pubertärpoetisches oder slampickliges an sich, sondern tragen an einer tiefen melancholie, an einer verliebtheit bisweilen, gebrochen und in gebrochenen versen (beeindruckend teilweise wie der autor mit halben sätzen ganze aussagen herstellt) sympathisierend mit den jeweiligen figuren, angefangen bei der eigenen freundin hin zu säufern und huren.

und immer wieder ausserstädtisches. der verlag gibt eine schmächtige leseprobe, ich füge dem eine weitere hinzu, weil mich "september in der provinz" doch auch ein bisschen an "wir sassen den ganzen abend" und "blow up" erinnert (ebenfalls neu auf crauss.de!)

innere sicherheit. unbedingt anschaffen!

nov 2006
Crauss wirft einen schlagschatten auf deutsche novemberzonen: neue alte prosa im scheinschlag

jetzt werden die tage schon wieder länger, sagte jemand. vorhin noch, in dem kleinen café. du hättest dir etwas heisses mit rum gewünscht, aber du musstest noch fahren. ausserdem waren die tage noch nicht so lang wie die gesichter der touristen. die einheimischen fandest du beeindruckend, die touristen verschwanden irgendwann, dann waren noch immer ein paar von den verfurchten leuten im lokal und an den hausecken. bisschen was erzählen, noch nicht so früh nach hause. noch einmal den wind, den es nachmittags um fünf schon gegeben hatte, jenen wind, der einen wo hin zog, man wusste nicht ob man ihm trauen durfte, aber man folgte ihm... (weiter)

aug 2006
die schosse-sitzer feiern 2jähriges. zu ehren der strassenjungs liest Crauss gedichte von der strasse: donnerstag, 07.09. ab neun abends an der kreuzung wilhelmshöhe/ freudenberg

wie alles begann: hier

und update: so schnell geht das jahr ins land - wir finden immer einen grund und ort, weshalb man feiern kann.... die schosse-sitzer werden drei! grosse strassenparty am 06.09.2007 auf der wilhelmshöhe freudenberg. und ein film auf youtube.

aug 2006
endlich: die neue platte!

mit whisky & funk hat sich Crauss den spass einer remix-platte gemacht. gemeinsam mit einigen weiteren künstlern (ua. Summsemann, Bantu Mantra und Meister Leder) sind neue fassungen von campari & jazz texten entstanden, teilweise mit wesentlich mehr beat und atmosphärischem rauschen als auf dem erstling. coole vibes und neue refrains zum mitschwingen - funky eben!

aug 2006
das forum der 13 hat sich zur jahreslese in kiel und rendsburg getroffen, die kieler nachrichten berichten - zB von Crauss, "der sich oft in gebrochenen Bildern und aufgespürten Vermutungen vom Trüben ins Klare schreibt..."

der autor lächelt milde und gibt den kommentar nicht nur ungebraucht an den rezensenten zurück, sondern auch den artikel an seine leser weiter: via bildlink oder im weltnetz unter http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1920694

aug 2006
eindringliche gedichte von Carl-Christian Elze, René Hamann, Adrian Kasnitz, verwunschene prosa von Martin Hagemeier und:

bisher unveröffentlichte lyrik von Crauss. "dein name", "erster august" und "oszla" gibts in der zweiten ausgabe der sic.

juni 2006
Crauss' gedichte bestechen!

brandneue, bisher unveröffentlichte gedichte auf einer doppelseite wespennest (nr. 142): "deine gedichte", zwei Nussbaum-poeme, "hellrote hortensie ein blitz", ein gedicht über den tod, eines über monster in der kleinstadt und das auf "campari & jazz" gesprochene gedicht "grenzüberschreitung, mittelformat 1963". nichts weniger!

juni 2006
kölngedichte: 47 neue lyrische texte, von den autoren mit anmerkungen zur entstehung versehen, und 11 klassiker zu einem einzigen thema: 47 & 11 Blicke auf die rheinische metropole, 47 & 11 unterschiedliche stimmen und tonarten.

alles dabei: neben C r a u s s (ein paar flüchtige, hingekritzelte) und ua. AJ Weigoni, Tom Schulz, Anton G. Leitner, Stan Lafleur, Björn Kuhligk, Adrian Kasnitz für die jüngeren, stehen ua. Gerhard Rühm, Trude Herr, Ivan Goll, Ferdinand Freilingrath, Paul Celan und Heinrich Böll für die älteren ihren kölschen jong.

und immer wieder Brinkmann, versteht sich. nicht nur selbst, aber auch selbst. und alles in der wunderbaren weilerswister landpresse für liebhaber. und eine orgel, eine riesige orgel...

mai 2006
die balladenkönige 2006 heissen Schwanke und Lafleur!

zum 3. mal hatte die volksbank siegerland eG einen wohldotierten literaturpreis ausgeschrieben. diesmal sollten balladen zu den themen "zeiten-wechsel" und "höhen-tiefen" eingereicht werden. der volksbank-vorstandssprecher Norbert Kaufmann* bekannte in seiner begrüssung, dass zwischen den 75 einsendungen einige sehr gute gedichte, aber auch eine menge schund gewesen sei.

unter den zehn balladen, die in die endausscheidung kamen und den sechs, die am sonntagmorgen (28.05.) von zwei semi-professionellen schauspielerinnen vorgetragen wurden, stachen tatsächlich einzig die hackebeilchen-gruseleske des siegener photographen Jochen Dietrich sowie die beiden gewinnertexte heraus. schade nur, dass die autoren ihre nun zweieinhalbtausend euro teuren texte nicht selber vorlesen durften. denn beide lesen gut. Olaf neopan Schwanke liess es sich dennoch nicht nehmen, beim verleihungsakt des "vo:pa"-preises ein paar warme (und recht heitere) worte ins mikrophon zu plauschen:

mai 2006
guten morgen, liebes weibchen!

"kern der intimen wie spannenden lesung, die der dichter Crauss durch eine gewagte a-capella-darbietung von Falcos "rock me Amadeus" eröffnete," waren die erotischen wechsel zwischen Mozart und seiner frau Constanze.

wenn den einen oder anderen die "gewagte" Falco-darbietung mal nicht erinnert an ein spaktakel 1996, wo der autor mit einer "erlkönig"-groteske das publikum in angewiderte und begeisterte haus-seel-besucher spaltete...

apropos: die erste frage, die der reporter dem autor zur Mozart-veranstaltung stellte, ging so: "wie würden sie Ihr verhältnis zu Goethe beschreiben?"

ohne worte.

mai 2006
sommer, sonne, sex:

die siegener zeitung über melancholie, humor und erotik auf campari & jazz klick pic!

mai 2006
Crauss: die frau von gründau.

drei schmutzige geschichten über masken-fetisch, gummipuppen und parkplatz-strich. die erste prosa-monographie des autors, und das im feinen, rotzig-poppen reclam-furnier des berliner sukultur verlags.

20 seiten, 1 euro. in vielen bahnhofs-automaten, in siegen auch in der bücherkiste, einkaufszentrum weidenau

leseprobe:

"es sei eine helle aufregung gewesen im dorf, einige männer hätten sich, ohne die nachricht zu ende zu hören, lautstark gewehrt gegen die vermutung, man habe etwas zu tun mit dem leichenfund. ein verbrechen in unserem dorf? unmöglich. ob er, der postbote, denn nicht ein stück näher herangekonnt hätte, um ihr gesicht zu sehen? dabei hätten die männer tiefe züge aus ihren krügen genommen."

mai 2006
Claudius, Crauss, Dehmel - oder wahlweise: Morgenstern, Crauss, Klabund.

so liest sich das inhaltsverzeichnis der zweiten lyrikmail-anthologie. lyrikmail kann man frei haus und kostenlos 1mal die woche oder jeden tag bekommen. gedichte junger, ganz junger und spannender alter autoren. das hält poetisch!

Crauss befindet sich in der zweiten lyrikmail-anthologie in guter gesellschaft. an 68er bis 78er-jahrgängen sind ua. mit dabei: Jan Wagner, Achim Wagner, Monika Rinck, Björn Kuhligk - und Crauss mit "ein paar flüchtige..."

dez 2005
ab sofort gibts die Crauss-CD vorrätig im Antiquariat Armin Nassauer, kölner str. 26, in siegen gegenüber von karstadt. (natürlich gibts da auch andere tolle bücher, zB "alles über Ruth"...)
dez 2005
crauss.de relaunch: jede menge neuer texte, bessere übersicht, endlich die Crauss CD und hörbeispiele zum download

55 texte auf 77 minuten für 14 euro plus porto

hier bestellen

nov 2005
zwerghöhepunkte: ein vorgeschmack auf das im winter bei sukultur erscheinende schmutzige heftchen und gleichzeitig eine grazer skizze in blendwerk 3
Crauss: zwerghöhepunkte
nov 2005

gedichte, 92 s., 9,50 €, lyrikedition 2000, ISBN 3-86520-058-3

texte voll sommer, sonne & sex: das debut Crausstrophobie wurde von der kritik als einer der bemerkenswertesten erstlinge der letzten jahre bezeichnet. auch in Crauss' zweitem band alles über Ruth werden klassische themen im alltäglichen sichtbar, mythen und märchen wieder gegenwärtig. die lyrischen stücke sind anspruchsvoll, aber körperlich fühlbar. sie sind erotisch, pochen in der brust, einzelne zeilen kann man riechen und schmecken. Crauss' gedichte vertrauen ihrer kraft und sind von hoher musikalität, wenngleich sie nicht mehr so stark wie früher auf die opulente, zusammenhang stiftende klangwirkung setzen, sozusagen "schlanker" geworden sind. ihr reiz beruht vor allem auf ihrer leichtigkeit. Crauss beobachtet präzise und verzichtet dabei nicht auf brechungen ins unerwartet abgründige, ins groteske, melancholische oder auch ins ungeniert romantische.

Lyrikedition2000
okt 2005
m. le commissaire: zwei neue remixes nach fünf jahren: "sex mix" und "beatbaby mix" jetzt in perspektive 50
okt 2005

sept 2005
das sperma der frühen jahre: story in "blendwerk 2". zu beziehen über gesellschaftstherapie oder in allen MankelMuth-filialen in siegen
aug 2005

zeitschriftenschau auf handschrift und in der kritischen ausgabe, über Thomas Meineckes "musik" im print der kritischen ausgabe.