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das ende der pop_literatur
pop-fassung (5:10 / 4.73 mb) |
1. neulich fragte mich jemand, ob es wirklich notwendig sei, um einen gegenstand zu definieren, auch sein gegenteil zu kennen. also zum beispiel, um zu sagen, was nass ist, trockenheit erklären zu können. ex negativo nennt man das, glaube ich. el cattivo ist ein böser mann. ist sein gegenteil nun eine böse frau, ein braver mann oder sogar: eine liebe frau?
2. um zu erklären, wozu ein tisch gut ist, bedarf es stühle. zur genaueren erläuterung eines stuhls bedarf es aber keineswegs eines tischs. um froh zu sein, bedarf es wenig...
3. wann und wo sehn wir uns wieder und sind froh. das ist der kanon, der mir immer gleichzeitig einfällt zu dem fröhlichen liedchen, das ich weiter oben bereits nannte. ein kanon ist, wenn mehrere gesänge mit gleichem text oder gleicher tonfolge sich überlappen und überlagern. man kann zum beispiel bier überlagern, wenn man nur zu geburtstagen welches trinkt, bei einem ehepaar also etwa zweimal im jahr. kauft man für den januargeburtstag einen kasten, der dann nicht aufgetrunken wird, und hat die frau (es sind meist die frauen) erst im dezember ihr wiegenfest, so kommt es vor, dass das januarbier bereits überlagert ist. das ist aber dann kein kanon, sondern ein fall von falscher lagerung oder fehlendem sinn für genüsse. kanon, canion, camion. der bierlaster trägt seit ungefähr 1927 werbung auf der pritsche, bandenwerbung war später. ausser in berlin, im ruhrgebiet meinetwegen, wurde damals sehr viel koffeinhaltige limonade vom lkw herunter verkauft und getrunken. die kinder kamen dann schon angerannt. die werbung hiess „trink coca cola nur eisgekühlt“ undsoweiter.
4. wir sehen, um einen kanon zu beschreiben, ist der camion, von dem herunter süssigkeiten an das kind gebracht werden, vollkommen unbrauchbar. heutzutage, und dieser text spielt nunmal heutzutage, wird von lastkraftwagen auch eher die eine oder andere stereoanlage verhehlt und verhökert, oder allenfalls frauen aus osteuropäischen län-dern. diese camions sind dann aber mit einer sichtneutralen plastikplane abgedeckt.
5. was will uns das sagen? dass wir keine frauen kaufen, natürlich, auf deren verpackung nur ein nebulöser oder kein uns bekannter markenname wie orion oder uhse prangt. und: dass, um einen tisch zu beschreiben, wir uns besser das gesamte zimmer ansehn. auf den tisch kann man dann immernoch zu sprechen kommen, später, in einem anderen text.
6. genauso wollte ich es eigentlich mit der POP_literatur treiben. ich schau mich hiermal um und dort, und auf die POP_literatur komme ich ein andermal. mal sehn. ich würde mich ohnehin wohler fühlen, könnte ich über POP_musik sprechen anstatt überPOP_literatur, von der Dirck Linck sagt, es gäbe sie nicht mehr. das war doch beat inden sechzigern, herr Linck. allerdings, das muss ich zugeben, das wenigste heisst heutzutage und dieser text spielt heutzutage, ich glaube, das erwähnte ich das wenigste heisst tatsächlich POP. beat schon eher, zum beispiel social beat, womit wir dann doch bei der literatur wären. social beat ist POP, also POPulär. oder hip hop. war es nicht eine junge, gerade sechzehnjährige hip hop_band, die diesen song namens POP, POP, POPulär gesungen nein, man sagt: gerappt, also mit ä, geräppt hat?
7. wie Sie sehen, sehn Sie nichts. könnte auch ein kanon sein, ist aber, glaube ich, der spruch eines mittlerweile verstorbenen sportreporters. fällt mir ein: fussball ist immernoch sehr POPulär hierzulande. und dieser text spielt ja... aber das wissen Sie bereits.
8. alles ist also POP, ohne dass es so heisst. wenn schon, dann heisst es KULT oderCOOL, was fast genauso klingt, oder ANGESAGT und HIP, wobei wir, hopp hopp, doch wieder bei der musik landen. das sollte uns nun grund genug geben, fortan nicht länger zu fragen, was ist POP, sondern freien herzens auszurufen:
9. POP ist!
10. und falls Sie ganz mutig sind, können Sie einem passanten auf der strasse, der Sie nachdem ende des POP fragt, jetzt mal egal, ob er es genau wissen will und sich nach POP_musik oder nach POP_literatur erkundigt dem können Sie gerade ins gesicht sagen: POP ist ewig! je leiser, je betonter und je giftiger Sie das sagen, um so grösseren respekt haben Sie die möglichkeit bei ihrem gegenüber zu erzeugen. der Sie so vorlaut und unbedacht gefragt hat, wird den hut ziehen und sich entschuldigend davonmachen. Sie aber könnnen erhobnen hauptes den heimweg antreten in der gewissheit, für diesen tag dem POP einen grossen dienst erwiesen zu haben.
11. aber bleiben wir noch ein wenig bei der musik, denn die hat ja auch viel mit der literatur zu tun, lyrik zum beispiel kann man von seiner wörtlichen herkunft phantastisch gut auf ein sehr altes musikinstrument zurückführen. das ist so, wie wenn man Crauss auf Caruso zurückführt. wer mich schon einmal singen gehört hat, weiss allerdings, dass der vergleich hinkt.
12. POP_muzik also, mit z, wie M das schreibt. muzik. um himmels willen, werden nun nicht die damen und herren schreien, die einst versuchten, die deutsche sprache zureformieren und im ergebnis hauptsächlich für stilblüten sorgten, um himmels willen werden ein paar jugendliche rufen, die den klasse song von etwa 1980 nichtmehr oder nur vom hörensagen kennen wobei ja hörensagen in bezug auf musik an sich nicht schlecht ist. wohlmöglich aber würden die kids auch garnicht um himmels willen rufen,wahrscheinlich noch nichtmal ey fuck, sondern irgend etwas zeitgemäszes. dieser text soll zwar zeitgemäsz sein, weiss aber im moment keinen passenden ausdruck, der hier angemessen wäre.
13. den song POP_muzik habe ich auch erst mitte der achtziger jahre des vorigen jahrhunderts kennengelernt, auf irgendwelchen parties, auf denen meine ohren mit grosser sicherheit jedoch nicht damit beschäftigt waren, das lied ausreichend zu würdigen, sondern eher, ein wenig abzukühlen von der schallenden ohrfeige auf die frage hin, ob ich an diesen oder jenen anderen leuten zugehörigen ohren einmal mit der zunge spielen kann. das hat gePOPPT. POP ist ein PLOPP_laut mit schnellem verschluss. wobei ohrfeigen wahrscheinlich mehr KLATSCHEN als PLOPPEN. sind wir zumindest beim thema: zu POP passt klatschen. viele leute klatschen mit im takt bei POP_musik und POP_literatur sollte so sein, dass ein grossteil des publikums zustimmend klatscht, wenn der vortrag vorbei ist.
14. neulich war ich bei einer autorenlesung von Christian Kracht und Benjamin von Stuckrad_Barre, da war das anders. allerdings weiss ich nichtmehr genau, ob zufällig jemand schon vorher rausgegangen ist und hinter sich die tür zugeklatscht hat. POPIGwar das jedenfalls nicht. aber an Stuckrad_Barre mag ich ja, wie inzwischen jeder weiss, nicht, was aus seinem mund heraus kommt, sondern den mund selbst. ich bin verliebt in seine sinnlichen, wulstigen, meist vor teenager_trotzigkeit oder grossem staunen offenstehenden lippen. da möchte ich auch mal das mit machen, was ich bei den ohren nicht durfte.
15. früher sagte man also das POPPT. und POP war etwas vollkommen anderes als POPPER. die hatten manchmal bunte haare, rote, viel zu kurze lederjacken, spray im haar, glitzerzeug um den arm herum und den mund weit offen.
16. POP war auch etwas völlig anderes als poppers. das kriegte man nur in der apotheke oder auf rezept oder in schmutzigen geschäften unterm ladentisch. dort unterm ladentisch blieb man dann meist auch gleich, um sein neues poppers auszuprobieren. poppers in die nase, schwanz in’n arsch und so. pfui teufel. da ist es doch geradezu ein glück, dass das heute nur mit der literatur passiert. oder mit der musik, aber bei ihr sind wir ja schon länger gewohnt, dass sie für’n arsch ist. in den meisten discotheken meiner heimatstadt ist das so. abgesehen vielleicht von der cover_version, die meine lieblings POP_gruppe U2 1997 von dem lied POP_muzik von M gemacht hat. die ist acht minuten fünfzig lang, man hat also mehr als doppelt soviel spass wie bei der single von 1980.
17. M hiess im wirklichen leben, glaube ich, Robin Scott. damit hätte er kein müdes pfund verdient. aber wie er gerade auf M gekommen ist, weiss ich nicht. manche schriftsteller und schriftstellerinnen machen sich ein M in ihren namen. zumindest ist da überhaupt noch ein name drumrum und steht nicht bloss ein nacktes M. berühmtes beispiel hierfür ist Sabine M. Krämer. sie schreibt tolle texte, die nicht POP sind, und alle meine freunde sind verliebt in sie. aber was das M bedeutet, weiss von denen auch keiner. einmal habe ich ihr ein gedicht gewidmet. ich habe mich plötzlich nur nicht mehr getraut, nach ihrem M zu fragen, und bin dann lieber ausgewichen auf eine anspielung bezüglich ihrer hübschen ohren...
18. POP ist von vorne wie von hinten, ist mir dann eingefallen. beim nachschlagen, wer das geschrieben hat, habe ich Sabines M beinah vergessen. POP ist wie ANNA, nämlich, wie gesagt, von hinten wie von vorn, das hat Kurt Schwitters schon gewusst und dafür haben sie eine strasse nach ANNA benannt. Freundeskreis hat nur ein lied nach ihr benannt. aber das lied ist gut, es ist ein hip hop lied. und über hip hop habe ich ja vorhin schon etwas gesagt.
19. Kurt Schwitters ist POP, weil nach ihm etwas benannt wird. manche krankheiten werden nach ihrem entdecker benannt. oder nach einem berühmten mörder. Ernst Jandl ist auch POP, aber er ist auch in meiner privaten was_ist_POP liste POP, weil er schon solang mit Friederike Mayröcker zusammen ist. das ist, solange ich denken kann und dauert auch noch an. da kann man bestimmt nicht von einem ende der POP_literatur sprechen. soweit ich weiss, sind beide nämlich noch einigermaszen gesund und schreiben allenthalben klasse texte. fast so klasse wie Sabine mit den ohren.
20. mein chef ist übrigens auch POPP, aber mit doppel P. manche sagen, dass er trotzdem von vorne wie von hinten ist. ich finde nicht. mein chef ist hinten flach und vorne hat er einen bauch. mein chef hat auch einen vornamen. aber alle rufen ihn POPP. darüber habe ich übrigens in einem anderen text schon einmal gesprochen, was auch so ein phänomen ist: POPP gibt nicht nur einen interessanten gesprächsstoff ab, sondern bei POP wiederholt sich auch alles irgendwie.
21. beinah wird einem schwindlig davon. ich habe fast das gefühl, POP ist viel zu viel aufeinmal. vielleicht kommt deshalb demnächst das ende des POP oder zumindest das ende der POP_literatur, wonach einen schon jetzt passanten auf der strasse fragen. vielleicht will ja insbesondere die POP_literatur viel zu viel auf einmal. kann doch sein. dabei ist POP an sich so einfach. wie gesagt, was man nicht verstanden hat, wird nochmal wiederholt. oder das, was man gernhaben soll.
22. Thomas Hettche ist auch so einer. den soll man gern haben, deshalb sagt er soviel. wenn man ihn so trifft, ist er still oder freundlich. oder beides. dann mag ich ihn. aber im radio ist er POP, oder im fernsehn. dann PLOPPT der POP, weil alles so hohl ist. dann kann ER mich gern haben. jedenfalls hat er neulich erklärt, dass POP skandale macht. zum beispiel Rainald Goetz. der hat sich irgendwann mal seine stirne aufgeschlitzt, um aufzufallen. das war sein konzept und Hettche findet das noch immer gut. einen wichtigen konzeptionalisten unseres alltags nennt er ihn. aber das ist schon so lange her und passt garnicht richtig in diesen text. der soll nämlich heutzutage spielen.
23. aber der, der mir so gefällt, wenn er still am nachbartisch sitzt, findet texte sowieso nicht wichtig: an die stelle der aura des textes tritt zunehmend die des autors. damit meint er die sinnnlichen lippen von Stuckrad_Barre, nehm ich an, oder Sabine Krämers M. oder ihre ohren. oder wie’s bei Crauss zu haus aussieht: die home_story ersetzt die rezension. das hat er auch gesagt. da muss ich ihm recht geben. was er allerdings gemeint hat damit, weiss ich nicht genau.
24. jedenfalls ist mir noch ein lied eingefallen, das man zwar nicht im kanon singen kann, aber vor einigen jahren ein grosser schlager war und sehr POPulär. es heisst am dreissigsten mai ist der weltuntergang, weltuntergang. und dann ist sowieso der grosse kehraus angesagt; ob bei der POP_musik oder der POP_literatur, spielt keine rolle.
NACHTRAG ZUM ENDE DER POP_LITERATUR:
1. EX und POP, nickte ein bekannter zustimmmend, nachdem er meinen artikel gelesen hatte. wir runzelten beinahe gleichzeitig die stirn. er, weil er selbst nicht so recht daran glauben mochte, dass die POP_literatur, die ja soeben, also vor drei jahren erst aufgekommen war, bereits wieder am ende sei. und ich, weil ich bei seinen worten an die berliner kneipe zurückdenken musste, die genauso hiess, nämlich EX und POP, und in der ich immer gern gesessen hatte in meiner berliner zeit. ich war hin und weg vom ambiente dieser bar. dort hatte ich auch zuerst bemerkt, dass die literatur, die hier gemeint ist, nicht ganz so weise ist, wie manche feuilletons sie uns machen möchten.
2. ich war nämlich gerade von einer autorenlesung gekommen, an der ein von mir wegen seiner wollüstigen lippen geliebter junger dichter teilnahm. für mich war das quasi so etwas wie eine lippenlesung. über lippenbekenntnisse wird in einem anderen text zu sprechen sein, vielleicht auch in einem aufsatz in der grossen zeitschrift spiegel, in dem der dichter dann nicht besonders gut wegkam. dort schrieben zwei journalisten, dass sogar die frau des bundespräsidenten vorzeitig nach hause gegangen sei. immerhin war die da!
3. ich erzählte meinem bekannten davon und er sagte, er hielte diesen und ein paar weitere dichter, deren namen ich schon wieder vergessen habe, für POPanze. ich hatte gar keine ahnung, was ein POPanz sein sollte und schaute darum im lexikon nach. tatsächlich stand das wort ziemlich dicht bei POP und POPPER. POPanz ist eine schreckgestalt, eine vogelscheuche, wohingegen ein POPPER jemand ist, der durch sein gepflegtes äusseres auffällt, lernte ich. so wie mein freund, der mich zum nachdenken brachte. er hat stets eine coole sonnenbrille auf der nase und einen poppigen blonden scheitel.
4. POPanz kann aber auch ein willenloses geschöpf sein, einer, der unselbständig ist und abhängig von anderen menschen, las ich weiter. so wie die menschen in einer discothek, die auf den dj hören, sagte ich, und die arme in die luft werfen, wenn er das wünscht.
5. das heisst heutzutage klubb, verbesserte der freund. und parties hiessen seiner zeit noch feten. deinerzeit, sagte ich boshaft. dann begannen wir kleinlich zu werden und uns über den buchstaben zwischen seinem vor- und nachnamen zu unterhalten.
6. es war ein n, und zwar ein klitzekleines.
7. Sabine M, wie ein paar kollegen frau Krämer liebevoll nennen, leistet sich wenigstens einen grossbuchstaben. was das M bedeutet, kann aber keiner so richtig sagen. mauerblümchen vielleicht, oder miezekatze. aber ganz sicher bin ich mir dabei nicht. das würde ausserdem nicht besonders gut zu dem dichter Dieter Gräf passen, der auch ein M im namen trägt - und übrigens fast so schöne lyrik schreibt wie die junge frau, der ich mal ein gedicht gewidmet habe. über die ohren von Dieter M. Gräf weiss ich allerdings nichts.
8. aus so einem buchstaben wie dem M kann man viel machen, viel mehr, glaube ich, als aus der dreierkombination POP. jemand, der mir sehr nahe steht beispielsweise, nennt sich manchmal MM. das hat nichts mit der schokolade zu tun, die schmilzt, bevor sie in den mund kommt, sondern ist so wie BB für Bertolt Brecht oder Brigitte Bardot. die schauspielerin mit den langen blonden haaren, die sich jetzt um robbenbabies kümmert und auf ihre art immernoch attraktiv ist, hat übrigens richtig berühmte ohren. aber die zeigt sie keinem mehr.
9. zeig mir deine buchstaben und ich sage dir, wer du bist, sagte mein bekannter spöttisch. da kam ein grosser bierlaster ganz dicht an uns vorbeigefahren und ich musste für einen kurzen moment an jenen film aus den dreissiger jahren denken: M, eine stadt sucht einen mörder.
DAS IST JETZT ABER WIRKLICH DAS ENDE. ZWEITER NACHTRAG ZUR POP_LITERATUR:
1. es kommt wie es kommt, und so wurde auch nicht mein bekannter vom plötzlichen verkehrstod dahingerafft, sondern Charles M. Schulz von etwas, das ich nicht in erfahrung bringen konnte. aber mit 77 jahren erliegt man auch schonmal einer altersschwäche, und daher mache ich mir keine grossen sorgen um ihn. jedenfalls habe ich ausser der todesursache des grössten aller zeichner von erdnuss-flips bisher auch nicht erfahren können, was das M. in seinem namen bedeutet hat.
2. das ist eine gemeinsamkeit mit einigen anderen personen und eigentlich auch nicht so schlimm. man kann sich ja im notfall etwas ausdenken. viel schlimmer ist, wenn man sich namen ausdenkt für comicfiguren, die längst irgendwie anders heissen. Charlie Brown kann sich ja jeder merken und auch Linus ist noch einfach, obwohl man bei ihm meist schon hinzufügen muss: der mit der schnuffeldecke. Snoopy kennt auch jeder und jeder weiss, dass er einen vogel hat, der nicht Tweety, sondern Woodstock heisst. Tweety war der bei, na, wie hiess die serie noch gleich?
3. ich ahnte, dass ich etwas vergessen hatte, als ich über POP sprach. POP_musik war klar und POP_literatur das eigentliche thema, jedenfalls deren ende. dass das ende nicht so richtig kommen will, wird sache einer anderen fortsetzung dieses aufsatzes sein. wie es kommt und auf welche weise, weiss man nicht, aber auf jeden fall leise, hat Stoppok mal gesungen, der definitiv nicht POP ist, aber auch nicht rock und eigentlich garnichts richtiges.
4. dass aber zur POP_kultur beispielsweise auch die welt der comics gehört, war mir ausser sichtweite geraten und erst mit dem tode Schulzens wieder eingefallen. POP_com also, womit wir schon wieder bei der musik wären. aber viele animierte comic-strips werden ja mit musik unterlegt, und dann passt es.
5. wie jedoch der POPPIGSTE aller Peanuts heisst, der kleine wicht, der immerzu begleitet von einer staubwolke umherläuft, daran hat sich bisher niemand erinnert, den ich fragte. ebenso nicht, wieder heisere hund hiess in dem comic_film, dessen obertitel ich ebensowenig zu nennen in der lage bin wie den namen der grossmutter, deren hund er war.
6. be proud and POP it. denn POP ist eben auch, auf dasjenige stolz zu sein, was man nicht weiss und die frage nach dem sinn in relativsätzen zu formulieren: wer weiss schon so genau, worauf es wirklich ankommt? darauf, herrn Shakespeare noch zu kennen, anscheinend nicht, was uns ein mazedonischer schwabe neulich bewies.
7. jeder kennt seinen vor-, kaum einer aber seinen nachnamen, was eine enorme ähnlichkeit mit den M_people von weiter oben ausmacht. mindestens fünftausend kreischende teenies stehen auf Zlatko, wollen ihn zum grossen bru-der - und ich auch. was Stuckrad-Barres lippen, ist des industriemechanikers glattrasierte männerbrust. Zlatko ist POP, seine brust ist POP, seine abgeschnittenen zehennägel, die sich auf dem esstisch kringeln, selbst sein POPPO ist POP. das aber wohl vor allem für seinen besten freund Jürgen, der den schinken in der schlabbrigen trai-ningshose solang klopft, bis er genauso weich ist wie das brötchen in Zlatkos kopf.
8. was uns wieder zum anfangvom ende bringt, wie meine grossmutter immer sagte: man kann zwar dumm sein, aber man muss sich zu helfen wissen, besonders, wenn man nach dem ende der POP_literatur gefragt wird.