FFM/ HBF
frankfurt main am hauptbahnhof, der puls der stadt. herzinfarktgefährdet. zuckend angespannt, über verstopfte stränge sehnig schmerzend welkfleisch immer neu versorgend, hektisch verrinnenden saft ausstossend, rastloses spülen der neonfluchten, kühlendes gerausche, das den, der weiterwill, schnell aufnimmt, lastiges gepäck ihn feuchtem griff entgleiten lässt auf taube stunden.
oszillieren, das, die bleiben, ausspuckt; einige, die schnuppern, lippen öffnend dumpfen wind in ihren nüstern spüren, geil geniessen, wie der hals sich zuschnürt in erwartung schwerer mägen; einige, die augenlider leicht gereizt dem muff entgegenschlagen, sicher lässige gesichter als die einzig ruhigen punkte filtern aus dem piktogrammgewürm - fast gelangweilte gesichter aus den bettelschleusen destillieren, zuckend, angestrengt nach mehr die nüstern blähen.
jene saugen sich dann, langsam schlendernd, schneller atmend, weiter in das gelblichgrau, den dunst aus abortnischen und zu weit zerschlissnen hosen; bieten sich jetzt an, die jacke weiter offen, achselheiss, nur eine stunde lang, vielleicht auch über nacht. und über nacht ein wenig weiter draussen flehen sie den totgeburten scheinbar leerer viertel morgenküsse ab, schon längst erschlafft vom ängstlichen zerren am speckigen überrest der dunkelheit, erkaltet längst.
sie werden melancholisch viel zu viel erfahren haben, müde von dem puls zurückgeschwemmt durch knarzendes geleise und im vorhof ihrer heimat werden sie wortlos frühe ware von unfertigen bäckerburschen fordern, kleingeld abgezählt in junge hände giessen, tagelang versunken, ihren kopf in ordnung zu kriegen.
ffm/hbf (sensamilia-version)
(mp3, 2:20, 1.1 mb)