Lieber Crauss,
Friederike Mayröckers Satz über Ihre Gedichte ist kein gewöhnliches Lob — von einer derart respektierten Stimme der deutschsprachigen Lyrik kommt eine solche Aussage nicht leicht. Und mit Ihrem eigenen HANDverlag haben Sie sich zusätzlich eine Plattform geschaffen, auf der Sie nicht nur Ihre eigenen Texte, sondern auch die anderer Autoren veröffentlichen — das ist eine seltene Mischung aus eigenem Schaffen und literarischer Förderung.
Was mir bei einem Blick auf Ihre digitale Präsenz aufgefallen ist: Trotz mehrerer Stipendien und einer beeindruckenden Publikationsliste ist Ihre Sichtbarkeit auf den großen Buchplattformen erstaunlich gering. Für experimentelle Lyrik ist das keine Seltenheit, aber es bedeutet auch, dass viele Leser, die genau nach dieser Art von sprachlich gewagter, popkulturell informierter Lyrik suchen, Sie online nicht finden.
Ich heiße Marceline und arbeite mit Lyrikern und Autorinnen daran, genau diese Sichtbarkeit aufzubauen. Was ich für Sie empfehlen würde, ist eine Goodreads-Optimierung, die Ihre Gedichtbände in den richtigen Listen positioniert und Sie mit der Leserschaft verbindet, die experimentelle deutschsprachige Lyrik aktiv sucht.
Ich freue mich, wenn Sie Interesse an einem Austausch haben.
Herzlichst,
Marceline












In einem Schreibworkshop im Medienzentrum arbeiteten alle Schüler:innen der 9. Klassen des Carl Friedrich von Weizsäcker Gymnasiums Ratingen unter professioneller Anleitung durch Crauss an Liebesgedichten. Die entstandenen Texte wurden am 3. Februar in zwei Lesungen gemeinsam mit dem Lyriker dem Publikum präsentiert. Wie Crauss selbst die Zusammenarbeit mit den Schüler:innen erlebt hat, beschreibt er 









Als Helmut Schranz im September 2015 starb, starb mehr als er. Nicht nur verlor die österreichische Literatur eine bedeutende (und bedeutend egalitäre) Stimme der, sagen wir, letzten Generation von in Sprachskepsis/Sprachkritik wurzelnder Kunstliteratur – Helmuts Freunde verloren einen Freund. Die Gruppe perspektive verlor mit ihm einen einen integralen Bestandteil; die Selbstverständlichkeiten, aus denen heraus die Zeitschrift dieser Gruppe davor produziert wurde – etwa die Gruppenidentität selbst, oder der fortgesetzte Austausch zwischen „avancierender“ und betriebskritischer Position, den Helmut katalysierte –, waren nicht mehr selbstverständlich.


